Tagung
Antisemitismus in Österreich 1933 bis 1938
23. bis 26. März 2015, Juridicum Wien

Vortrag:
„Judengeld ist eben doch auch Geld.“
Antisemitismus und Fremdenverkehr

https://antisemitismus1933-1938.univie.ac.at/


Tanz-Signale 2015
14. bis 15. März 2015, Institut für Musikwissenschaft, Universität Wien

Vortrag:
Kein Phönix aus der Asche –
Woher kam Victor Léons Talent?

http://www.johann-strauss.at/ts/2015/programm.shtml



Forschungsinstitut für Operette und Unterhaltungsmusik

siehe www.forschungsinstitut-operette.at


Vorlesung an der Universität Wien, Institut für Musikwissenschaft, WS 2013/14

"... und auch ein bisschen andersrum!" - Emanzipation, Sexualität und Gendermodelle in der Operette von 1855 bis 2007

Gemeinsam mit Kevin Clarke.

  
Operettenbörse Bad Ischl. Komponisten und Librettisten, Interpreten und Verleger, Impresarii und Theaterunternehmer

 Forschungsprojekt

Das Genre Unterhaltungstheater wurde bis heute nur sehr selten als eigenes kultur-, sozial- und theaterhistorisches Phänomen behandelt – die „leichte Muse“ war keiner genauen Betrachtung wert, wurde sie doch in erster Linie nach der Musik beurteilt und weniger nach den sozialen Hintergründen und Zusammenhängen. Unterhaltungstheater passte lange Zeit in keine wissenschaftliche Disziplin, erst in den vergangenen Jahren begann langsam eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Phänomen. Dies hat sich in vergangenen Jahren nur sehr punktuell geändert, auch wenn sich verschiedene wissenschaftliche Disziplinen – so Geschichte, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft – verstärkt mit der Bedeutung der Unterhaltungskultur von Operette bis Kabarett in Wien und Berlin bis 1938 beschäftigten. Lebensbilder einzelner Künstler wurden publiziert und Ausstellungen konzipiert.

Wien war bis zum Jahr 1938 in besonderem Maße von Operette und Unterhaltungskultur geprägt. Auch heute zehrt man noch von dieser großen Vergangenheit. Doch wer waren die Menschen, die hinter dieser Entwicklung standen? Die Komponisten, die Librettisten, die Künstler, die Veranstalter? Die meisten der Operetten-Macher von Komponisten bis zu den Stars waren jüdischer Abstammung, wurden 1938 vertrieben oder ermordet. Dass jedoch auch die Erinnerung an sie vernichtet wurde, ist beschämend und zeigt deutlich, wie gründlich die Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten in jeglicher Hinsicht mit großer Nachhaltigkeit funktionierte. Durch das Erinnern wird diesen Künstlern, die vor allem auch Bad Ischl ein so großes und wichtiges kulturelles Erbe hinterlassen haben, ein längst fälliges Denkmal gesetzt. Der „Export“ an österreichischen Künstlern nach Berlin ist nicht vergleichbar mit dem „Import“ aus Berlin in Richtung Österreich. Die so blühende und lebendige Kulturszene Berlins war in hohem Maße von (Alt-)Österreichern geprägt, stammten doch die meisten aus Mähren, Ungarn und Böhmen und trafen sich zum Gedankenaustausch, zum Komponieren und Texten neuer Werke und zu deren Verkauf im Sommer in Bad Ischl.

Die „Arisierung“ trat im Salzkammergut im Jahr 1938 nach dem „Anschluss“ mit besonderer Präzision in Kraft. In Bad Ischl verfolgte Ing. Wilhelm Haenel die Enteignungen, die als Verkäufe getarnt wurden, mit Vehemenz und erwarb sich dadurch den Ruf eines „Entjudungsexperten“. Die Villenbesitzer wurden gezwungen, ihre Villen weit unter dem tatsächlichen Wert zu „verkaufen“, Haenel trat bei fast all diesen Geschäften als Treuhändler auf.

Doch auch in Wien (und anderen Orten) wurden die Villen und der Besitz der Kulturträger beschlagnahmt. Sie besaßen oft große Kunstsammlungen, Autographen und Bibliotheken, deren Verbleib zum Teil bis heute im Dunkeln liegt.

Forschungen zum jüdischen Wiener Großbürgertum

Details siehe www.jewishfamilies.at